17 August 2016

From the Annual Conference

Prinzipien für öffentlichen Internetzugang in Bibliotheken

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Die Prinzipien für öffentlichen Internetzugang in Bibliotheken wurden von der Dynamic Coalition on Public Access in Libraries (Dynamische Koalition für öffentlichen Zugang in Bibliotheken) erstellt und im November 2015 von den TeilnehmerInnen des Internet Governance Forum in Joao Pessoa, Brasilien, diskutiert. Der IFLA-Vorstand bestätigte die Prinzipien im Dezemberrum in Joao Pessoa, Brasilien, zu Bibliotheken wurden  2015.

Die IFLA koordiniert die Dynamic Coalition on Public Access in Libraries zusammen mit Electronic Information for Libraries (EIFL).

Einleitung

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, Artikel 19, besagt:

„Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.“

Die UN Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung erkennt an, dass der Zugang zu Informationen äußerst wichtig ist. Zugang zu Informationen befähigt Menschen, ihre politischen und sozioökonomischen Rechte auszuüben, wirtschaftlich aktiv zu sein, neue Fähigkeiten zu erlernen und ihre Regierung zur Verantwortung zu ziehen. So wird eine informierte Entscheidungsfindung ermöglicht, Kreativität und Innovation unterstützt, die Identität gestärkt und Transparenz ermöglicht. Obwohl die Zahl der InternetnutzerInnen weltweit drei Milliarden übersteigt, hat doch ein signifikanter Anteil keinen eigenen Netzzugang. Hunderte Millionen Menschen nutzen das Internet durch gemeinsame Zugänge und durch Anbieter öffentlichen Zugangs wie Bibliotheken.

Es braucht mehr als nur Investitionen in technologische Infrastruktur, um den Zugang zu Informationen zu ermöglichen. Es wird ein politisches Umfeld benötigt, das Regierungen und andere Akteure bei der Onlineveröffentlichung und zuverlässigen Verfügbarmachung von Informationen unterstützt, das sicherstellt, dass Individuen die Fähigkeit besitzen, im Internet Informationen zu finden und zu nutzen, und dass Gemeinden die Möglichkeit und Anreize erhalten, lokale Inhalte online zu publizieren.

Öffentliche Bibliotheken sind vertrauenswürdige, sichere Institutionen, die bereits in vielen Entwicklungsländern existieren. Sie werden vom Steuerzahler finanziert und in der Infrastruktur der Regierung integriert. Sie arbeiten mit der Zivilgesellschaft, mit UnternehmerInnen und dem privaten Sektor zusammen. Sie beinhalten erfahrene und qualifizierte Bibliotheksmitarbeitende, die der Öffentlichkeit Unterstützung bei technischen Fragen und Schulungen zu Informations- und Medienkompetenz anbieten. Bibliotheken bieten einen Weg, um den allgegenwärtigen Zugang zum Internet zu verwirklichen, und um sicherzustellen, dass Menschen die nötigen Fähigkeiten besitzen, um auf Informationen zuzugreifen.

Prinzipien

Bibliotheken haben in der nationalen Entwicklung eine Funktion, denn sie ermöglichen den Zugang zu Informationen. Die Mitglieder der Dynamic Coalition on Public Access in Libraries stimmen den folgenden Prinzipien zu:

Infrastruktur: Bibliotheken sollten als eine Möglichkeit der Gewährleistung des universellen Zugangs zum Internet anerkannt werden. Bibliotheken sollten genutzt werden, um universelle und finanzierbare Infrastrukturen in Entwicklungsländern und unterversorgten Regionen in entwickelten Ländern zu initiieren. Wo Bibliotheken nicht existieren, sollten Informations- und Dokumentationszentren als eine Möglichkeit der Gewährleistung des universellen Zugangs anerkannt werden.

Politik: Politik und Gesetzgebung sollten ein Umfeld schaffen, das universellen Zugang zu Informationen ermöglicht, indem sie die Rolle der Bibliotheken in der Bereitstellung des öffentlichen Zugangs zu Informations- und Kommunikationstechnologien (ICTs), Internetverbindungen und Technologietraining unterstützen.

Urheberrecht: Nationale und internationale Urheberrechtsregelungen sollten einen Ausgleich zwischen dem öffentlichen Interesse am Zugang zu Informationen und den Rechten von AutorInnen, KünstlerInnen und Verlagen finden, indem sie Klauseln enthalten, die es Bibliotheken und Archiven ermöglichen, öffentlichen Zugang zum weltweiten Wissen in allen Formaten bereitzustellen.

Zugänglichkeit: Alle Menschen, unabhängig von Geschlecht, Alter, Fähigkeit, Hautfarbegkittionale Urheberrechtsrng zu Regierungsinformationen und -thekernet suchen. InternetnutzerIn oder ethischer Zugehörigkeit, sollten Zugang zu Informationen durch ICTs und die nötigen Fähigkeiten zur vollen Teilhabe an der Gesellschaft haben.

Datenschutz: Individuen haben das Recht auf Privatsphäre, wenn sie Informationen im Internet suchen. InternetnutzerInnen und ihre Aktivitäten an öffentlichen Orten wie Bibliotheken dürfen nicht einer Überwachung ausgesetzt sein.

Entwicklung von Fähigkeiten: Bibliotheken sollten in ihrer Rolle als Anbieter von Weiterbildungen und Schulungen zur Nutzung von Technologien und der Medien- und Informationskompetenz unterstützt werden, sodass die Bevölkerung auf die benötigten Informationen und Dienste zugreifen kann.

Open-Access-Inhalte: Durch die Bereitstellung von Technik und Internetzugang bieten und fördern Bibliotheken den Zugang zu freien Online-Inhalten, die Bildung und Weiterentwicklung unterstützen. Dies komplementieren sie durch den Zugang zu kommerziellen Inhalten durch Online-Subskriptionen.

Lokale Inhalte: Durch die Bereitstellung von Technik und Unterstützung haben Bibliotheken die Kapazität, die Erstellung und Erhaltung von lokalen Inhalten zu ermöglichen und zu fördern. Bibliotheken sollten dabei unterstützt werden, Open-Access-Daten und Open-Access-Lösungen zu nutzen und Zugang zu ihnen zu ermöglichen. Die Funktion der Bibliotheken, Zugang zu Regierungsinformationen und -diensten bereitzustellen, sollte anerkannt werden. 

Access to information, Access to knowledge, United States of America, Statement, principles on Public Access in Libraries, IFLA and the information society

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