20 August 2017

From the Annual Conference

Eröffnungsansprache von IFLA-Präsidentin Donna Scheeder

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Opening Address by IFLA PresidentGuten Morgen IFLA!

Willkommen in Breslau! Dies ist mein dritter Besuch hier und es fühlt sich ein bisschen wie ein zweites Zuhause an. Die Einwohner Breslaus sind sehr warm und einladend und ich bin sicher, sie werden ihr Bestes tun, damit auch Sie sich willkommen fühlen. Es ist auch passend, dass dieses Treffen in Breslau stattfindet, einer Stadt, deren Geschichte tausend Jahre alt ist und deren umfangreiches Erbe fast alle Religionen und Kulturen Europas vereint. Es ist auch eine Ehre für die IFLA, sich in der Jahrhunderthalle zu treffen, die 2006 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde.

Ich möchte Bürgermeister Rafał Dutkiewicz und all den vielen Stadtbediensteten und Arbeitern dafür danken, dass sie – um es in seinen Worten auszudrücken –, "uns alle wissenschaftliche Unterstützung, kulturelle Vielfalt und eine breite Palette von Möglichkeiten, unsere Freizeit zu verbringen, zur Verfügung stellen." Dies schließt viele ausgezeichnete Universitäts- und öffentliche Bibliotheken ein, die Sie hoffentlich besuchen werden. Ich hatte in diesem Frühjahr die Ehre, die neueste öffentliche Bibliothek im Bahnhof mit zu eröffnen und mir ist klar, wie sehr die Gesellschaft hier ihre Bibliotheken liebt.

Wir versammeln uns hier in diesem Jahr, um die zahlreichen Erfolge zu feiern, die wir seit unserem letzten Treffen in Columbus gemeinsam erreicht haben, und um die wichtige Arbeit fortzusetzen, das Bibliothekswesen zu vereinen. Das Thema des diesjährigen Kongresses, Bibliotheken. Solidarität. Gesellschaft., drückt unsere Hoffnungen und Träume für die Zukunft perfekt aus. Die Solidarität eines vereinten Bibliothekswesens garantiert kontinuierlich unsere Fähigkeit, einen Unterschied im Leben der Menschen zu machen und Wissen zu nutzen, um die gesellschaftlichen Bedingungen zu verbessern. Ich möchte den beiden Vorsitzenden des Nationalkomitees danken, Dr. Tomasz Makowski und Elźbieta Stefańczyk, die Führungskräfte einer – in ihren Worten – starken Bibliotheksgemeinschaft sind, welche nicht nur die Herausforderungen der Transformation überlebte, sondern in der neuen sozialen und politischen Realität Polens glänzte und aufblühte. Wir sind nicht nur von Eurer Wahl des Themas inspiriert, wir freuen uns auch darauf, die Mitglieder der polnischen Bibliotheksgemeinschaft zu treffen und aus allem zu lernen und alles zu genießen, was Ihr uns während unserer Woche in Breslau bietet.

Ich möchte auch besonders diejenigen erwähnen, die zum ersten Mal dabei sind; stehen Sie bitte auf und lassen Sie sich von Ihren KollegInnen begrüßen. Ich erinnere mich an meine erste IFLA-Konferenz, es ist also gut möglich, dass ein zukünftiger IFLA-Präsident oder eine zukünftige IFLA-Präsidentin unter ihnen ist.

Wie ich bereits erwähnt habe, stehen wir auf Boden, der Zeuge tausender Jahre Geschichte ist und wir sind im Begriff, unsere eigene Geschichte zu schreiben. Die Gelegenheiten auf dieser Konferenz, die Agenda der Veränderung voranzubringen, sind endlos. Das Konferenzprogramm ist voller Möglichkeiten, neue Techniken und Werkzeuge wie das Geschichtenerzählen und Bibliotheksethnographie für die Nutzerbewertung zu erlernen, kritische Themen wie Informationsungleichheit zu diskutieren, Erfahrungen darüber auszutauschen, wie Bibliotheken zur Erreichung der UN 2030 Ziele für nachhaltige Entwicklung beitragen, und in die Zukunft zu blicken und auf die Chancen, die sie bietet. Die IFLA-MitarbeiterInnen, der Fachausschuss, die ständigen Ausschüsse und Ausschussvorsitzenden haben großartige Arbeit geleistet, um ein Programm zu erstellen, das eine Fülle von Ideen bietet, unsere Bibliotheken und uns selbst zu verwandeln. Würden alle ProgrammplanerInnen bitte aufstehen, um Anerkennung zu erhalten? Vielen Dank für Eure harte Arbeit, um den WLIC zum Erfolg zu machen.

Es ist allerdings noch mehr zu tun. Auf dieser Konferenz ist es Zeit für Sie, sich zu engagieren und Neues zu erkunden!

Seitdem ich Präsidentin wurde, bin ich um die Welt gereist, um bei Verbandsversammlungen zu sprechen und aus erster Hand die hervorragende Arbeit zu sehen, die auf der ganzen Welt getan wird, um Bibliotheken zu verwandeln. Was jedoch klar wurde, ist, dass diese wunderbaren Anstrengungen in Isolation geschehen und wir werden nicht erfolgreich sein, wenn sich nicht jeder von uns zu gemeinschaftlichem und vereintem Handeln verpflichtet. Wir müssen eine gemeinsame Vision erreichen. Als ich zum ersten Mal den Aufruf zum Handeln erteilte, waren die Möglichkeiten, unsere Agenda der Veränderung als globale Gemeinschaft aufzubauen, begrenzt. Dank der Bill- und Melinda-Gates-Stiftung ist die IFLA in der Lage, ein 10-jähriges Projekt durchzuführen, um weltweit an der Beantwortung dieser Frage zu arbeiten, und ich bin Deborah Jacobs und der Stiftung sehr dankbar dafür, dass sie uns allen diese wunderbare Chance geben, das Bibliothekswesen zu vereinen und stärker zu machen.

Die Arbeit, um eine Vision zu erreichen, begann bei meinem zweiten Präsidentinnen-Treffen in Athen. Die Führungskräfte der IFLA nahmen am ersten Global Vision-Workshop teil, dem sechs regionale Veranstaltungen folgten. Dank der Anstrengungen von vielen in diesem Raum wurde diese Arbeit in Bibliotheksverbänden und Bibliotheken auf der ganzen Welt fortgeführt und Tausende BibliothekarInnen haben sich dabei engagiert. Die nächsten sehr wichtigen Schritte werden hier auf diesem Weltkongress passieren. Ich bitte Sie dringend, ein Teil davon zu sein. Ich hoffe, Sie werden morgen bei meiner Präsidentinnen-Sitzung sein. Ich werde den Aufruf zum Handeln fortsetzen. Wir stellen unsere Global Vision vor, die uns alle dazu befähigen wird, nicht nur zu überleben, sondern in der Zukunft zu gedeihen und diese Session wird die bisher größte Chance bieten, zuzuhören, zu reflektieren und zu dieser Arbeit beizutragen. Podiumsdiskussionen werden uns auf den aktuellen Stand bringen über die weltweiten Herausforderungen und unsere Antworten darauf, aber das Highlight wird Ihre Teilnahme sein, da die IFLA Sie bittet, Ihre Ansichten zu den Schlüsselfragen zu teilen, die wir als Teil der Global Vision stellen. Seien Sie sicher, dass Ihre Stimmen aufgezeichnet werden. Seien Sie dabei, und auch bei den anderen Veranstaltungen zu unserer Vision auf diesem Kongress. Ihre Stimmen und Ideen werden gebraucht. Von unserem Generalsekretär werden Sie noch viel mehr über die globale Vision hören.

Es ist auch Zeit, neue Produkte und Chancen auf dieser Konferenz auszuprobieren. Auf dieser Konferenz wird die IFLA die Bibliotheksweltkarte vorstellen. Sie ist eine repräsentative Quelle für grundlegende Bibliotheksstatistiken und ein robustes Werkzeug für die Bereitstellung eines weltweiten Vergleichs verschiedener Bibliothekskennzahlen, die auf Länderebene abgebildet sind. Danke an alle unsere Mitwirkenden und wir hoffen, dass die Karte wachsen wird, wenn mehr Länder ihre Daten liefern. Sie können die Karte am IFLA-Stand ausprobieren.

Schließlich werden Sie in dieser Woche viel über die Bemühungen von Bibliotheken auf der ganzen Welt hören, die ihren Ländern dabei helfen, die UN 2030 Ziele für nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Diese Ziele stellen wichtige Chancen für Bibliotheken dar, ihre Relevanz für die Bedürfnisse der Gemeinschaft zu demonstrieren und Finanzierung und Anerkennung von ihren Regierungen für ihre Arbeit zu erhalten. Besuchen Sie diese Sitzungen, die voller Bibliothekserfolgsgeschichten sind.

Ich hoffe, Sie werden hart arbeiten, Spaß haben und die Worte des amerikanischen Dichters Ralph Waldo Emerson im Gedächtnis behalten, "Folge nicht, wohin der Weg führen mag. Gehe stattdessen, wo es keinen Weg gibt und hinterlasse einen Pfad."

Dieser Kongress erzählt die Geschichte, wie wir diesem Rat folgen und die erstaunlichen Dinge, die wir alle gemeinsam erreichen. Daher erkläre ich mit großem Stolz zum letzten Mal die 83. IFLA-Generalkonferenz und -versammlung für eröffnet.

Donna Scheeder
IFLA-Präsidentin

Poland, IFLA President, IFLA WLIC 2017