Congress theme: “Open access to knowledge - promoting sustainable progress”

Ein Gespräch mit Elizabet Maria Ramos de Carvalho Regionale IFLA-Ansprechpartnerin für Lateinamerika und die Karibik

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Wie lange sind Sie schon bei der IFLA dabei?

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich sehr gern als Leiterin der regionalen IFLA-Geschäftsstelle arbeite. Ich war nun fast 20 Jahre in dieser Position. Und auf dieser Konferenz nehme ich Abschied, allerdings nicht von allen Tätigkeiten in IFLA. Für viele meiner Kollegen ist das eine Überraschung. Aber nun ist es Zeit, den Staffelstab weiterzureichen, auch wenn meine Mitstreiter aus der lateinamerikanischen und karibischen Region mich bereits gebeten haben, doch noch ein Jahr dabei zu bleiben, um sie beim Organisieren der IFLA-Konferenz in Puerto Rico zu unterstützen. Und wie hätte ich dazu nein sagen können?

Was waren Ihre Highlights bei IFLA?

Ich habe wirklich großartige Erinnerungen an meine Zeit. Die herausragendste davon ist wohl der Punkt, an dem Spanisch zu einer offiziellen IFLA-Sprache wurde. Das war ein großer und sehr guter Moment. IFLA hat damit einem großen Teil der Weltbevölkerung den Zugang zu den bedeutendsten Informationen der internationalen Bibliothekscommunity ermöglicht. Zwei andere sehr schöne Erlebnisse waren die zwei IFLA-Konferenzen in meiner Region, eine davon in Kuba und eine in Argentinien. Und ich bin überzeugt, dass die IFLA-Konferenz im nächsten Jahr in Puerto Rico eine ebenso wundervolle Konferenz wird.

Können Sie uns erklären, was man unter „Portugnol” versteht?

(Lacht) Wie Sie wissen, wechseln wir in meinem Teil der Welt immer zwischen den Sprachen  Portugiesisch und Spanisch. Und als Brasilianerin ist mein Spanisch recht portugiesisch beeinflusst. Und deshalb sagen wir bei uns, dass wir Portugnol sprechen, ein Mix aus diesen beiden Sprachen.

Wie sehen Sie die Rolle der Regionalbüros von IFLA?

Ich halte diese Rolle für sehr wichtig, weil es eine gute Quelle zum Netzwerken ist. Durch dieses Büro schaffen wir es, viele Kontakte aufrecht zu erhalten und übernehmen die Funktion einer direkten Verbindung zwischen der IFLA und den Bibliotheksgemeinschaften in der Region. In der lateinamerikanischen und karibischen Region gibt es viele informelle Netzwerke, und unser Büro kann mit allen in Kontakt bleiben. Die Regionalbüros arbeiten außerdem eng mit den regionalen Sektionen zusammen. Die Sektionen und die Büros haben einen unterschiedlichen Rhythmus. Sie arbeiten zusammen, indem sie festgelegte Aufgaben im Bereich Alphabetisierung und freiem Zugang zu Wissen und Information angehen. Weiterhin hat die lateinamerikanische und karibische Region viele Kontakte geknüpft zum Bereich Afrika, sowie Asien und Ozeanien. Wir arbeiten außerdem mit institutionellen Strukturen und nationalen Vertretern der Regionalregierungen. Die Regionalbüros werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle übernehmen.

Haben Sie Tipps für Ihren Nachfolger?

Ich denke, dass man zuallererst ein Diplomat sein muss. Auch gute Beziehungen zu allen Partnern, besonders zu den Kollegen aus allen Ecken der Welt, sind wichtig. Diplomatische Fertigkeiten zu entwickeln ist der Schlüssel zu guten Beziehungen und die beste Weise, um die Arbeit aus der eigenen Region voranzutreiben. Und in einem solchen reichen Schmelztiegel von Kulturen ist es nötig, für die Bibliotheken und freien Zugang zu Wissen mit allen vorhandenen Partnern einzutreten.

Werden Sie die IFLA-Konferenzen weiterhin besuchen?

Natürlich werde ich das. Ich mag IFLA. Die IFLA ist ein essentieller Weg, um mit den Kollegen aus der ganzen Welt in Kontakt zu bleiben, und das würde ich für nichts aufgeben. Ich habe hier viele Freunde getroffen, viele Kollegen, und eine Menge gelernt. Also werde ich, solange ich es kann, auf den IFLA-Konferenzen dabei sein.