Congress theme: “Libraries Now! - Inspiring, Surprising, Empowering”

Ruhig schwimmen und doch wild paddeln

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Das folgende ist ein kurzes Interview mit Ann Okerson, Vorsitzende des IFLA-Fachausschusses.

 

Ann OkersonDer Fachausschuss (Professional Committe, kurz: PC )koordiniert die Arbeit der Fachabteilungen (Sektionen, Strategische Aktivitäten, spezielle Interessengruppe, etc.) und ist für die IFLA Fachaktivitäten, Politik und Programme verantwortlich. Es besteht aus der Vorsitzenden, den Vorsitzenden der fünf IFLA-Abteilungen, der designierten Präsidentin, zwei anderen Mitgliedern des Vorstandes und den Vorsitzenden von FAIFE und CLM. Es trifft sich dreimal jährlich persönlich und hält mit Hilfe von Emails und Skype den Kontakt, um zwischen den Treffen arbeiten zu können.

Ann Okerson wurde 2011 zur Vorsitzenden des PC gewählt, nachdem Sie zwei Jahre lang Vorsitzende der Abteilung II war. Sie ist außerdem Mitglied des ständigen Ausschusses der Sektion Erwerbung und Bestandsaufbau.

 

Sie haben den Kongress früh am Samstagmorgen mit einem Treffen der Führungsebene begonnen, bei dem Sie und die PC Mitglieder mit Funktionären der Sektionen und anderen LeiterInnen der IFLA-Fachabteilungen Informationen geteilt und bestimmte Themen diskutiert haben. Welche waren die „heißen Themen“ dieses Jahres?

Aus Sicht des PC war das „heiße Thema“ unsere Finanzen: langweilig, ich weiß, aber von zentraler Bedeutung. Das PC  bekommt jedes Jahr für administrative und programmatische Zwecke ein Budget zugewiesen. Bedenkt man die circa 50 Abteilungen im Bereich des PC, ist die Verwendung dieser Mittel (für Aktivitäten die IFLA-Fachkräfte voranbringen) zerpflückt und unvorhersehbar. Dazu kommt, dass die alten Vorschriften nicht mehr genau zu den aktuellen Bedürfnissen und Arbeitsweisen passen. Deshalb hat das PC erhebliche konzeptionelle Neuordnungen bezüglich der Verteilung vorgenommen und diese wurden den Funktionären vorgestellt. Unnötig anzumerken, dass die Finanzierung ein kontroverses Thema sein kann.

Sehen Sie eine andere Seite der IFLA, wenn Sie beim PC sind (im Vergleich dazu, wenn Sie eine Sektion besuchen)?

Ja, sehr. Die Wahrnehmung der IFLA wandelt sich, während man durch die verschiedenen Position wechselt: Teilnehmer, Ausschussmitglied, Funktionär, PC/ Vorstandsmitglied. Es gibt Sprichwörter wie „die Ente schwimmt ruhig über den See, aber unter Wasser paddelt sie wie wild.“ Es braucht eine Menge wilden Paddelns, um die verschiedenen Konferenzen, Treffen, Programme und Finanzen stabil und produktiv zu halten. Es gibt viel administrative und innovative Arbeit, die es zu unterstützen und einzuführen gilt.  „Es braucht ein Dorf“ ist ein Zitat, das gut auf die IFLA-Aktivitäten passt. Der PC ist ein Teil – aber nur ein kleiner Teil – dieses Dorfes.

Was denken Sie, ist die Hauptherausforderung des PC bei der Erfüllung seiner Aufgaben?

Aus meiner Sicht ist die größte Herausforderung die Administration und Innovation auszubalancieren. Es gibt so viel zu tun um Administration, Koordination und Prozesse (unser Arbeitskalender ist gnadenlos!) auf einen Nenner zu bringen, dass es schwierig sein kann Zeit für Innovationen und Fachunterstützungen zu finden. Aber gerade diese Innovationen sind es, die uns vorwärts bringen und die für mehr Enthusiasmus und Beteiligung sorgen. Zeit und Wege zu finden um zu wachsen/ sich zu verändern und sich ebenso treu zu bleiben, ist entscheidend.

Auf welche Arbeit freuen Sie sich im kommenden Jahr, ihrem zweiten und letzten Jahr als Vorsitzende des PC?

Um die vorherige Frage aufzugreifen, ich hoffe, dass wir in der Lage sein werden, vom „heißen Thema“ Budget weiter in innovative Bereiche vorzudringen. Die Arbeit mit den talentierten IFLA-Mitgliedern wird uns dabei helfen. Wir hatten bereits einige Diskussionen auf diesem Gebiet und ich heiße jeden herzlich Willkommen, der Ideen für neuere und bessere Wege für den PC weiß, den Berufsstand zu unterstützen und in Kontakt zu bleiben. Ich bin eine begeisterte E-Mailerin und Briefeschreiberin und wirklich begeistert von anderen zu hören und mich einzubringen.