22 August 2017

From the Annual Conference

Lasst den Zugang geöffnet: IFLA fordert das Ende der Internet-Abschaltungen

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Das Internet ermöglicht das Finden, Teilen und Erzeugen von Wissen, in einer Weise, wie es eine Generation zuvor noch undenkbar erschien. Es lässt das Menschenrecht auf Zugang zu Informationen effektiver den je Wirklichkeit werden, und ebenso die Vernetzung mit Familienmitgliedern, FreundInnen sowie (Forschungs)-KollegInnen.

Wenn die richtigen Gesetze und sozialen Bedingungen gegeben sind und die Menschen über die notwendigen Fähigkeiten sowie Selbstvertrauen verfügen, stellt der Internetzugang in jeglicher Hinsicht einen Motor der Entwicklung dar.

Die Tatsache, dass dies für etwa die Hälfte der Weltbevölkerung nicht gilt, ist demnach ein wichtiges Anliegen. Wie in den Grundsätzen des öffentlichen Zugangs dargestellt wird, können Bibliotheken einen erheblichen Beitrag dazu leisten, Menschen einen Internetzugang zu gewähren. Dies kann durch Rechnerarbeitsplätze in Bibliotheksgebäuden, aber auch durch die Rolle der Bibliotheken als Zentren für Gemeinschaftsnetzwerke erfolgen.

Doch selbst dort, wo Internetzugang besteht, zeigen Fälle der Internet-Abschaltungen durch Regierungen und andere Stellen, wie gefährdet dieser Zugang sein kann. Als „Internet-Abschaltung“ wird die bewusste Abtrennung einer bestimmten Personengruppe vom Internet bezeichnet. Diese geschieht unter Vorwänden, die von Gründen der nationalen Sicherheit bis zu Maßnahmen gegen Betrugsversuche in Schulprüfungen reichen.

Solche Abschaltungen sind immer häufiger zu verzeichnen, wodurch erhebliche wirtschaftliche Kosten entstehen können. Dies wird durch eine Untersuchung durch Organisationen wie zum Beispiel AccessNow belegt. Noch wichtiger ist, dass diese Abschaltungen ernsthafte Einschränkungen der Menschenrechte und der Möglichkeiten von Menschen, ihre Lebenssituationen zu verbessern, bedeuten. So werden Landwirten Wetter- und Marktinformationen verwehrt und Eltern vorenthalten, wie sie am besten auf Krankheitsfälle ihrer Kinder reagieren sollen. Schulen und Universitäten wird die Möglichkeit genommen, ihren SchülerInnen und Studierenden beim Lernen und Recherchieren zu helfen und ländliche Gemeinden werden der Chance beraubt, ihrer Isolation zu entfliehen.

Auch, wenn es in Einzelfällen gerechtfertigt sein mag, Internet-Abschaltungen vorzunehmen, sind sie in aller Regel unverhältnismäßig und schaden mehr als sie nutzen. Dort, wo Befürchtungen darüber bestehen, wie Menschen das Internet benutzen, muss Bildung die erste Reaktion darstellen. Bibliotheken haben Erfahrung in der Schulung von Menschen und sie dadurch zu kompetenten sowie zu selbst- und verantwortungsbewussten „digitalen Bürgern“ zu machen. Das Internet jedoch einfach abzuschalten, verzögert sowohl heutige als auch zukünftige Entwicklungen.

In einer heute veröffentlichten Erklärung fordert die IFLA daher Regierungen dazu auf, von Internet-Abschaltungen abzusehen. In Übereinstimmung mit ihren Verpflichtungen gemäß der UN 2030-Agenda sollten sie vielmehr in zuverlässige und belastbare Internetverbindungen für die Bevölkerung sowie in Institutionen investieren, die die Bürger dabei unterstützen, den Internetzugang bestmöglich zu nutzen.

FAIFE (Committee on Freedom of Access to Information and Freedom of Expression), Access to information, Access to knowledge, Development, IFLA WLIC 2017, Internet access, Internet censorship

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