IFLA-Erklärung zur Universellen Bibliografischen Kontrolle (UBC)

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Nach mehreren Jahren der Diskussion über die Bedeutung von internationalem Datenaustausch etablierte die IFLA in den 1970er Jahren ein Büro für die Universelle Bibliografische Kontrolle mit dem Ziel Kosten zu reduzieren und eine stärkere weltweite Zusammenarbeit zu fördern. Das Büro wurde unter dem Namen UBCIM (Universal Bibliografic Control and International MARC) bekannt. Zu dieser Zeit bestand die Überzeugung, dass jede nationale Bibliografische Agentur die im eigenen Land veröffentlichten Werke katalogisiert und die Ansetzungen der Autorennamen eigenständig festsetzt, die Autorennamen und die bibliografischen Daten sollten dann weltweit nachgenutzt werden*.

Doch in den 1990er Jahren wurde klar, dass es extrem wichtig ist Daten in einer Sprache und Schrift vorzuhalten, die Benutzer verstehen können, um so auch die kulturelle Vielfalt der Nutzer auf der ganzen Welt zu respektieren. Diese beiden Bedingungen schließen sich nicht unbedingt gegenseitig aus, wie die virtuelle internationale Normdatei (VIAF) Initiative belegt. Web- Technologien bieten heute neue Möglichkeiten der gemeinsamen Nutzung von Daten auf globaler Ebene und weit über den Bibliotheksbereich hinaus, zeigen aber auch eine Notwendigkeit für Normdaten und vertrauenswürdige Daten. So ist das Konzept der UBC noch heute gültig und eine anhaltende Unterstützung und Förderung durch die IFLA sinnvoll.

IFLA bekräftigt daher die folgenden Grundsätze:

Mit der Zielsetzung der Förderung des freien Zugangs zu bibliografischen Daten soll eine nationalbibliografische Agentur (NBA) die Verantwortung für die Bereitstellung der bibliografischen Daten der Publikationen des eigenen Landes und für Daten anderen NBAs, Bibliotheken und weitere Communities (z. B. Archive und Museen) tragen und diese Daten zeitnah und in angemessener Art und Weise zur Verfügung stellen.;

  • NBAs tragen, als ein Teil der Schöpfungskette für zuverlässige bibliografische Daten, auch die Verantwortung für die Dokumentation von autorisierten Zugriffspunkten für Personen, Familien, Körperschaften, Namen von Orten und maßgeblichen Zitaten der Werke des eigenen Landes und für die Verfügbarmachung dieser Daten für andere NBAs, Bibliotheken und weitere Communities (z. B. Archive und Museen);
  • IFLA trägt die Verantwortung für den Erhalt und die Förderung der Entwicklung der Internationalen Katalogisierungsprinzipien (ICP) von 2009, als Grundlage für den Austausch von bibliografischen Daten;
  • IFLA trägt durch die Gremienarbeit die Verantwortung für die Erstellung, Pflege und Förderung von bibliografischen Standards und Richtlinien, um die gemeinsame Nutzung von bibliografischen Daten und Normdaten (z. B. ISBD und die FRBR Familie von konzeptuellen Modellen etc.) zu erleichtern;
  • IFLA arbeitet eng mit anderen internationalen Organisationen (z. B. ISO, ICA und ICOM etc.) in der Erstellung und Pflege von weiteren Standards zusammen, um zu gewährleisten, dass Entwicklungen in dem Bereich der Bibliotheksstandards einschließlich der Datenmodelle, mit denen der größeren Gemeinschaft kompatibel sind.

*Leser, die sich für die Geschichte von UBC interessieren finden mehr in folgender Publikation: Dorothy Anderson, "Universal Bibliographic Control : a long term policy, a plan for action" Pullach/Muenchen : Verlag Dokumentation, 1974. 87 S. Es gibt einen IFLA Bericht für die UNESCO-Regierungskonferenz 1974, der ein Kapitel beinhaltet das die UBC kurz zusammenfasst (S. 10-12: "IFLA and the role of libraries" published by IFLA in 1974. 38 S.

Im Jahr 2003 wurde die UBCIM Kernaktivität beendet und die Koordination der bibliografischen Standardisierung der IFLA wurde in die CDNL Allianz für Bibliographische Standards (ICABS) bewegt, die später in der IFLA-CDNL Allianz für digitale Strategien (ICADS) umbenannt wurde. Im Jahr 2011 wurde beschlossen, ICADS einzustellen.

Es gibt auch ein Bericht von der IFLA für das UNESCO-Regierungskonferenz 1974, die ein Kapitel mehr, die kurz UBC (S. 10-12 beinhaltet:. "IFLA und die Rolle der Bibliotheken" von der IFLA 1974 38 S. veröffentlicht.

Statements, Bibliography

Last update: 1 July 2019