Congress theme: “Open access to knowledge - promoting sustainable progress”

Redner in der morgigen Plenarsitzung: Henning Mankell

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Henning Mankell

Lesen und Schreiben können – eine Frage der Würde

12. August, 8.30 – 9.15Uhr, Halle B

Einführung von IFLA-Präsidentin Ellen Tise

 

Schnee, tiefer Schnee, ist eine von Henning Mankells frühesten Erinnerungen. Viele Jahre später, nachdem er entschieden hatte, seine Zeit teils in Mosambik und teils in Schweden zu verbringen, stellte er fest:

- Ich stehe mit einem Fuß im Schnee und mit dem anderen im Sand.

Henning Mankell wurde am 3. Februar 1948 in Stockholm geboren. Als Henning kaum zwei Jahre alt war, bekam sein Vater, Ivar Mankell, eine Stelle als Richter in einem kleinen Ort in Nordschweden, Sveg, angeboten. Dort verbrachte Henning seine Kindheit.

Kurz nach dem Tod seines Vaters 1972 stellte er seinen ersten Roman fertig - The Stone Blaster. Es erzählt die Geschichte der Gewerkschaftsbewegung und ist in Schweden noch erhältlich. Es geht um einen alten Mann, der auf sein Leben zurückblickt, es geht um die schwedische Gesellschaft und um die Notwendigkeit von Solidarität – ein Thema, das sich oft in Henning Mankells Werken und in seinem Leben wiederholt.

Henning Mankell, Italian Shoes

Bald nach der Veröffentlichung seines ersten Romans setzte Mankell seinen Traum, nach Afrika zu gehen, in die Tat um. Im selben Jahr, indem The Stone Blaster veröffentlicht wurde, kam er in Guinea-Bissau an. Seitdem hat Henning Mankell einen großen Teil seines Lebens auf dem afrikanischen Kontinent verbracht. Nachdem er in Sambia und anderen Ländern gelebt hatte, bekam er 1986 die Einladung, das Teatro Avenida in der Hauptstadt von Mosambik, Maputo, zu leiten. Seit seiner Ankunft dort im Jahr 1986 verbringt er mindestens die Hälfte des Jahres in Maputo, um am Theater zu arbeiten und zu schreiben. Das Leben und Arbeiten in Afrika vermittelte ihm eine tiefgehende Perspektive auf Schweden und Europa.

1984 wurde Mankell Direktor des Kronobergsteatern in Växjö, wo er neue Maßstäbe an das Repertoire anlegte. Er wollte nur schwedische Stücke produzieren, eine Politik, die sehr erfolgreich wurde. Die Arbeit im Theater hielt ihn vom Schreiben ab und so kam es, dass er zwischen 1984 und 1990 nichts publizierte.Henning Mankell, Depths

Faceless Killers –der erste Roman der Serie um Detektiv Kurt Wallander –wurde 1991 veröffentlicht. Der Roman wurde umgehend national zu einem Erfolg und erhielt mehrere Preise. Dennoch dauerte es bis zur Veröffentlichung seines dritten Buches über Wallander mit dem Titel The White Lioness,bis die Serie über den Detektiv aus Ystad zum internationalen Bestseller wurde und bis heute blieb.

Henning Mankell's Beharrlichkeit in afrikanischen Fragen führte dazu, dass er 2005von Bundespräsident Horst Köhler eingeladen wurde, bei seiner Initiative „Partnerschaft mit Afrika“ mitzuwirken. Zu den Unterstützern der Initiative gehörten unter anderem der frühere Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofie Annan und der ghanaische Präsident John A. Kuffour.

Im Juni 2008 erhielt Mankell die Ehrendoktorwürde der St. Andrews University. Frühere Empfänger dieser Auszeichnung sind u.a. der Dalai Lama und Bob Dylan. Außerdem arbeitet Henning Mankell aktuell an einer Fernsehserie über den Regisseur Ingmar Bergman sowie an einem neuen Roman, der im Herbst 2010 erscheinen wird.