Congress theme: “Libraries beyond libraries: Integration, Innovation and Information for all”

IFLA & UNESCO – Wichtige Partner

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Jānis KārkliņšIm Folgenden lesen Sie ein kurzes Interview mit Jānis Kārkliņš, Stellvertretender Generaldirektor für Kommunikation und Information der UNESCO.

Was sind die Hauptbereiche in denen die UNESCO gerade mit der IFLA zusammenarbeitet?

IFLA ist einer der strategischen Partner der UNESCO und es gibt einige laufende gemeinsame Aktivitäten: wir kooperieren bei der Erhaltung des dokumentarischen Welterbes im Rahmen des Programms “Gedächtnis der Welt”; wir fördern den Zugang zu mehrsprachigen, multikulturellen Inhalten durch die Word Digital Library, die ein gemeinsames Projekt der UNESCO und der US Library of Congress ist; wir treiben Medien- und Informationskompetenz und das Prinzip des freien Zugangs zur Information voran, und arbeiten gemeinsam an der Umsetzung der Beschlüsse des Weltgipfels der Informationsgesellschaft (WSIS).

IFLA hat sich bereit erklärt eine internationale Konferenz zur digitalen Langzeitarchivierung, die die UNESCO im September 2012 veranstalten möchte mit zu organisieren. Das Ziel der Konferenz ist es Entscheidern in der Politik die Probleme des Schutzes des digitalen Erbes bewusst zu machen und weitere praktische Lösungen für die digitale Langzeitarchivierung und Digitalisierungsrichtlinien weltweit zu entwickeln. Die Konferenz soll die Charter on the Preservation of the Digital Heritage überarbeiten, die 2003 von der UNESCO-Generalkonferenz verabschiedet wurde und notwendige Anpassungen und Änderungen prüfen, die vor dem Hintergrund des technischen Fortschritts der letzten zehn Jahre im Text vorgenommen werden sollten. IFLAs Expertise ist in diesen Belangen unverzichtbar und wir zählen auf eine enge Zusammenarbeit.

Die UNESCO erstellt zusammen mit der IFLA-Sektion Informationskompetenz Kennzahlen für Medien- und Informationskompetenz. Können Sie uns sagen, wie sie vorankommen?

Die UNESCO hat gemeinsam mit Experten die Spezifika und Ähnlichkeiten zwischen Informations- und Medienkompetenz untersucht. Diese Analyse zeigte für beide Überschneidungen der benötigten Fähigkeiten sowohl als auch mit anderen Kompetenzen. Die Arbeit zu Medien- und Informationskompetenz (MIL) sollte als ein Prozess für einen umfassenderen ganzheitlicheren Ansatz gesehen werden, der die Kernkompetenzen (Fähigkeiten, Haltungen und Wissen) beschreibt, die notwendig dafür sind erfolgreich in den entstehenden/wachsenden Wissensgesellschaften zu funktionieren.

Die Sektion Informationskompetenz der IFLA, eine wichtige Partnerin der UNESCO hat sich freundlicherweise bereit erklärt, die Gültigkeit der theoretischen und konzeptuellen Rahmenbedingungen, ebenso wie die MIL Methodologie zu bewerten und kritisch zu überprüfen. Der Workshop wird am 11. August stattfinden und alle IFLA-Informationskompetenz Expert/innen sind eingeladen daran teil zu nehmen.

Am 14. Juli hat die UNESCO in Istanbul, Türkei bei der Jahreskonferenz der Internationalen Vereinigung der Medien- und Kommunikationswissenschaft (IAMCR) das MIL-Konzept und die Kennzahlen vor mehr als 30 Expert/innen aus den Medienwissenschaften, der Medienbildung, für Genderfragen aus der Sozialanthropologie, usw. vorgestellt. Auch wenn das Konzept im großen und ganzen postitiv bewertet wurde, wurde angemerkt, dass es notwendig ist, die Elemente, die die Meinungsfreiheit sichern sollen zu stärken und dass mehr auf kollektive Kompetenzen geachtet werden sollte. Die Ergebnisse der Expertendiskussionen in der Türkei werden während des IFLA Expertentreffens präsentiert. Ich hoffe, dass durch das Treffen in San Juan das Konzept durch die Perspektive von Informationsexpert/innen bereichert wird, was die Runde der Expertenkonsultationen zu diesem Thema ergänzen und vervollständigen wird.

Es ist erwähnenswert, dass die UNESCO einen umfassenden MIL Kursus für die Schulung von Lehrerinnen und Lehrern entwickelt hat, der während der letzten (15. - 17. Juni 2011) internationalen Konferenz in Fez, Marokko vorgestellt wurde und der in zwölf Ländern auf der ganzen Welt als Pilotprojekt durchgeführt wird.