Congress theme: “Libraries Now! - Inspiring, Surprising, Empowering”

Die Zerstörung kultureller Objekte – ein anderes Gesicht von Genozid

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Helena Rata

Helena Ranta, eine finnische forensische Zahnmedizinerin und Professorin an der Universität von Helsinki, hat eine kraftvolle Rede über die Zerstörung von Kulturgütern gehalten – eine weniger beachtete Erscheinung bei Genoziden – und die Wichtigkeit kulturellen Erbes beim Wiederaufbau nach Kriegen. Das Publikum war offensichtlich berührt von ihrer Rede und ihre Literaturzitate konnten kurz darauf auf zahlreichen Twitter Feeds gefunden werden.

            “Genozid ist kein Mord, es sind Millionen Morde.”

Helena Ranta ist im Laufe ihrer Karriere mit verschiedenen Beispielen von Verwüstung in Berührung gekommen. Bei der internationalen Berichterstattung aus Konfliktregionen wird die Zerstörung kultureller Identität nur selten anerkannt. Die Zerstörung von und der Handel mit kulturellen Gütern wird dazu benutzt, Menschen ihrer Identität zu berauben.

            “Kein Frieden ohne Gerechtigkeit

            keine Gerechtigkeit ohne Vergebung”

Frieden, Gerechtigkeit und Vergebung sind miteinander verbunden – es kann das eine nicht ohne die anderen geben. Ein gutes Beispiel für den Wiederaufbau nach einem Krieg ist Anna Ahmatovas Gedicht Requiem, dass nach der Ära Stalin erst durch Freunde, die ihr Gedicht auswendig gelernt und später aufgeschrieben hatten, wiederhergestellt wurde. Wenn das Töten aufhört, ist der Genozid nicht vorbei – Menschen sollten auf die schwachen Stimmen der Überlebenden hören und von ihnen lernen zu erinnern.

Helena brachte das Publikum dazu, die Bedeutung kulturellen Erbes zu verstehen und, wie wertvoll die Arbeit von BibliothekarInnen in diesem Zusammenhang ist.